Hinweise zum Eichenprozessionsspinner

Hinweisschild an Eiche auf den Eichenprozessionsspinner

In der Gemeinde Cappeln sind Eichenbäume mit dem Eichenprozessionsspinner befallen. Trotz einer vorbeugenden Bekämpfung sind Nester aktuell in vielen Eichenbäumen zu finden. Die Meldungen zu den Nestern werden gesammelt, begutachtet und priorisiert. Zum Schutz werden Warnschilder aufgestellt oder es erfolgt eine gezielte Bekämpfung. Vorrangig werden Nester an Orten an denen sich viele Menschen aufhalten wie Schulen, Spielplätzen etc. beseitigt. Im Außenbereich ist eine Beseitigung momentan nicht möglich. Eine Bekämpfung durch die Gemeinde erfolgt nur im öffentlichen Bereich, auf privaten Grundstücken ist der Eigentümer verantwortlich.
Eine Gesundheitsgefährdung kann von den sehr feinen Haaren der Raupen ausgehen, die pseudo-allergische Reize auslösen. Mit der Verpuppung der Raupen Ende Juni nimmt die Gefahr mit den Haaren in Kontakt zu kommen deutlich ab. Eine umsichtige Verhaltensweise bewirkt schon eine Minimierung der tatsächlichen Gefahr. Dazu gehört, dass Eichenbäume und -bestände so weit wie möglich zu meiden sind, Raupen und Gespinste nicht berührt und empfindliche Bereiche (z.B. Nacken, Hals, Unterarme) geschützt werden.
Meldungen über befallene Bäume können am besten per Mail an gemeinde@cappeln.de, über das Kontaktformular oder telefonisch über den Fachdienst Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung (Tel. 04478/9484-15) erfolgen.

Der Eichenprozessionsspinner ist eine Wärme liebende Schmetterlingsart, die insbesondere freistehende und von der Sonne beschienene Einzelbäume und Waldränder bevorzugt. In ihrem Stadium als Raupe ist sie ein Pflanzenschädling, hat aber gleichzeitig auch eine gesundheitliche Bedeutung für den Menschen. Im Mai schlüpfen die Raupen, die sich tagsüber in Nestern verstecken. Abends wandern sie als Prozession vom Nest in die Baumkrone und fressen die Eichenblätter. Im Spätsommer schlüpfen aus den Puppen die fertigen Nachtfalter, die erneut an Eichenzweigen ihre Eier ablegen.

Die Raupen tragen giftige Brennhaare, etwa 600.000 pro Tier. Sie enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Auch wenn sich die Raupen bereits gehäutet und zu harmlosen Faltern geworden sind, bleiben Millionen der Haare in den Nestern zurück. Bei der Berührung der Haut kommt es durch das Nesselgift der Haare zu Hautausschlägen mit intensivem Juckreiz.

Betroffen sind vor allem unbedeckte Körperregionen wie Gesicht, Arme und Beine. Am Auge löst das Gift schmerzhafte Bindehautentzündungen aus. Werden die giftigen Härchen eingeatmet, lösen sie Atemnot, Asthma-Anfälle oder einen lebensbedrohlichen allergischen Schock aus. Ein kleiner Windstoß genügt, um die feinen Härchen bis zu hundert Meter durch die Luft zu transportieren.

Wer betroffen ist, sollte die Haut gründlich abduschen, Haare waschen sowie die Kleidung wechseln und in der Maschine waschen. Kühlen der betroffenen Stellen sowie antiallergische Medikamente (Antihistaminika) oder eine kortisonhaltige Salbe können die Beschwerden lindern.

© Foto Kowalski
Benno Sieverding
04478/9484-15
Zimmer 4

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